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Götterdunst


„Scheiße!“ rief sie laut aus während sie ihren Helm schloss. „Tango? Könnt ihr mich hören? Das System… Moment…“
Die Cockpittemperatur war schon an die Hundert Grad gestiegen und die ersten Warnmeldungen waren auf dem Display zu sehen.
„Was ist los Alouette? Machen sie Meldung!“ hörte auch Cyrano der sich in seiner Ecke auf den Boden gesetzt hatte.
„Die Instrumente fallen jetzt nacheinander aus“ kam kaum verständlich die Antwort der Pilotin.
„Bleiben sie Ruhig und stellen sie alles auf Automatik, wir werden sie da rausholen!“. Fast im selben Augenblick lief wieder eine Erschütterung durch das Shuttle als er wieder andockte.
„Frachtraum? Jemand muss da wieder runter um den Leutnant zu holen. Ich fürchte sie könnte es nicht mehr alleine schaffen. Wer ist noch vor Ort?“
„Der Klempner und Fleischmann!“ antwortete die junge Frau an der Winde während Cyrano sich wiederaufrichtete und seinem blonden Gegenüber fragend ansah.
„Klempner?“ fing Cyrano seinen Satz an, doch ein strenger Blick ließ seine Stimme verstummen.
„Wir haben nicht die Zeit für eine Rettungsmission die mir außerdem nicht mehr sehr viel versprechend scheint“ sagte Fleischmann im eiskalten Tonfall. „Koppeln sie ab und fliegen sie uns zur Yorktown.“
„Das ist nicht ihr Ernst!“ rief die Soldatin an der Winde.
„Doch absolut! Die Mission hat höchste Priorität…Und außerdem ist niemand von uns für so etwas ausgebildet“ antwortete Fleischmann während er überheblich zu Cyrano hinübersah.
„Sie haben sie wohl nicht mehr alle! Marines lassen niemanden zurück“ rief die junge Frau aus und baute sich demonstrativ vor ihn auf.
„Lassen sie das, Soldat! Das liegt nicht in ihren Ermessen“.
„Ich gehe da hinunter!“ meinte Cyrano mit verunsicherter Stimme.
„Na klasse!“ rief Fleischmann aus. „Hier spielen sie nicht den Helden. Haben sie verstanden Müller?“
„Was ist dort unten denn nun los?“ kam es aus dem Cockpit. “Petra? Warum dauert es so lange?“
Cyrano bewegte sich auf den Schlauch zu, doch der große Amerikaner versuchte sich ihm in den Weg zu stellen. Die Soldatin war schon heran und hielt den großen Blonden mit ihrer Dienstwaffe im Schacht.
„Sie wissen, dass es folgen haben wird!“ rief dieser aus. „Einen Vorgesetzten mit der Waffe zu bedrohen wird sie teuer zu stehen kommen“.
„Sie sind nicht mein Vorgesetzter und ich werde nie einen Kameraden im Stich lassen der sonst zum Tode verurteilt wäre. Los Herr Müller, beeilen sie sich!“ antwortete die junge Frau ohne mit der Wimper zu zucken.
Cyrano setzte sich vorsichtig am Schlauchansatz und ließ sich dann hinunterrutschen. Als er aus der Schleuse des Flugzeuges glitt, verwandelte sich sein Ärger über Fleischmann wieder in Furcht vor den Naturgewalten die ihn umringten. Er sah schon im Geiste wie alles um ihn herum auseinanderbrach und er wie eine Marionette durch die Luft geschleudert wurde. Er blickte sich um.
Die Beleuchtung war erloschen und er musste seinen Helmscheinwerfer einschalten um überhaupt etwas zu erkennen. Alles schien ruhig und nur das zischen der Kühlpumpe in seinen Raumanzug verriet ihn, dass die Luft um ihn herum mittlerweile jeden gekocht hätte der nicht einen solchen Anzug anhatte.
„Li? Können sie mich hören?“ fragte er laut.