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Der Quantenmagier


Sie bogen in eine Seitenstraße die sie zum Hotel führen sollte. Hier herrschte reges Treiben. Alle paar Meter standen Hütchenspieler, Musiker, Pantomimen und andere Menschen die für ein Almosen ihre Kunst an den Mann bringen wollten.

Yvonne nahm die Brille aus den Etui und setzte sie sich auf.

„Du hast recht!“ gestand sie und schaute sich dabei um. „Aber auch hier scheint es auf die Beleuchtung anzukommen. Umso heller der Hintergrund ist, umso mehr sieht man es“.

„Da haben wir wohl Glück, dass es um den Uranus so dunkel ist. Sonst wäre alles umsonst gewesen“ meinte Costa.

Er war normal weitergelaufen und merkte jetzt erst dass seine Frau stehengeblieben war. Sie sah hinüber zu einen dieser Zauberkünstler um denen sich eine kleine Menschenmenge versammelt hatte.

Seit wann interessierte sich Yvonne für Zaubertricks? Der Junge Mann, vielleicht um die Zwanzig, ließ ein paar bunte Gummibälle zwischen seinen Händen jonglieren. Zwischendurch hielt er an und zeigte theatralisch den Zuschauern die Bälle. Jedes Mal, wenn es das tat, veränderte sich die Anzahl der Bälle. Es war für Costa nicht zu erkennen wie er das anstellte.

Costa zog die Augenbrauen zusammen und sah nun zu seiner Frau. Sie sah wie hypnotisiert zu. Er lief die paar Meter zurück zu ihr.

„Yvonne?“

Wie aus einen Traum erwachend wendete sie sich ihm zu, setzte die Brille ab, und reichte sie ihm rüber.

„Das glaubst du nicht!“ flüsterte sie.

„Was ist denn?“

„Setz die Brille auf! Mach einfach und schau hin!“ erwiderte sie und zeigte auf den Zauberer.

Widerwillig setzte er sie auf. Er war eigentlich schon im Gedanken im Hotel unter der Dusche gewesen. Er füllte sich nicht wohl nach einen Tag an denen er immer wieder mal geschwitzt hatte. Das Deo von heute Morgen war schon lange verflogen und er konnte sich selbst nicht mehr riechen.

Nun wendete er sich den Zauberer zu und beobachtete diesem durch die Brille. Es war als wenn er durch eine Sonnenbrille blicken würde. Nur mit dem Unterschied, dass dieser milchige Nebel sich um jedem Menschen oder festen Gegenstand herum manifestierte. Er war, je nach Sonneneinstrahlung mehr oder weniger dick zu sehen. Diesen Effekt kannte Costa schon. Doch es war nicht alles was er sah.

Die Bälle schienen sich abwechseln in diesen Nebel aufzulösen oder zu verwandeln um dann aus den Nichts heraus wieder in Erscheinung zu treten. Und dabei entstand an deren Stelle immer kurzzeitig wie ein schwarzes Loch.

„Das gibt´s ja nicht!“ rief Costa aus.

Sie hatten gewartet bis der Zauberer anfing die Bälle, nach getaner Arbeit, und nachdem die Menschenmenge um ihn herum sich aufgelöst hatte, in seinen kleinen Koffer, den er die ganze Zeit über neben sich gehabt hatte, verpackte.

„Das war ein toller Trick!“ sprach er den Zauberer an.

„Oh! Danke! Hat es ihnen gefallen?“

„Ich bin normalerweise nicht so für Zauberei. Aber heute war ich doch sehr erstaunt. Dürfen, meine Frau und ich, sie zu einen Kaffee einladen? Wir hätten da ein paar Fragen.“